Unter Mitwirkung der VVN-BdA Potsdam sowie anderer Gruppen und Vereine gibt es Ende April in Potsdam zahlreiche Veranstaltungen im Kontext einer antifaschistischen Erinnerungskultur. Wir bieten einen Überblick und verweisen ebenso auf die Webseiten der verschiedenen Gruppen und Vereine wie zusätzlich die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes, Erinnerungsorte Brandenburg oder der Arado-Rundgang.
Den 81. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus nehmen wir zum Anlass, um in Potsdam-Babelsberg den im letzten Jahr provisorisch benannten Wally-Lehnert-Platz öffentlich mit der Landeshauptstadt Potsdam (LHP) durch ein Straßenschild einzuweihen. Der Platz an der Kreuzung Großbeerenstraße/Ahornstraße wird nach einem Beschluss der Stadtverordneten und einer Veröffentlichung im Amtsblatt der LHP im Jahr 2025 nun offiziell nach Wally Lehnert benannt. Die Antifaschistin und Widerstandskämpferin war Teil einer lokalen Widerstandsgruppe, in der Zwangsarbeitende mitwirkten und zur Befreiung von Potsdam-Babelsberg beitrugen.
In der Wochenendausgabe der Tageszeitung „Potsdamer Neueste Nachrichten“ (PNN) vom 7. und 8. Februar gibt es einen thematischen Schwerpunkt zur Potsdamer Erinnerungskultur. Unter anderem widmet sich ein Artikel aufgrund des 81. Jahrestages dem Gedenken an den Todesmarsch aus dem KZ Lieberose in das KZ Sachsenhausen, der am 7. und 8. Februar 1945 von der SS durch Potsdam getrieben wurde. Bisher gibt es kein adäquates Erinnern an den Orten, wo der Todesmarsch mit seinen Häftlingen die Stadt passierte. Die PNN fragte dazu unter anderem Christian Raschke von der VVN-BdA Potsdam.
Regelmäßig wird Anfang Februar der Ermordung der Antifaschisten und Kommunisten John Schehr, Erich Steinfurth, Eugen Schönhaar und Rudolf Schwarz durch die Nationalsozialisten gedacht. Das Gedenken findet am Schäferberg in Berlin-Wannsee statt, wo sich eine Gedenkstele befindet. Organisiert wird die Gedenkveranstaltung von der VVN-BdA Berlin und der VVN-BdA Potsdam.
Samstag, 7. Februar 2026, 11 Uhr; Kilometerberg/Schäferberg; Berlin-Wannsee (Buslinie 316)
Am 27.01.1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee befreit. 81 Jahre später möchten wir gemeinsam mit euch an dieses historische Ereignis erinnern und der Opfer gedenken. Gerade in einer Zeit, in der die Verbrechen der deutschen Geschichte verharmlost, relativiert oder geleugnet werden, ist es umso wichtiger, das Erinnern lebendig zu halten. Nur durch eine bewusste und kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Schrecken der Shoa können wir Lehren für die Gegenwart ziehen. Dieses Gedenken darf sich nicht auf den 27.01. beschränken, sondern muss dauerhaft Teil unseres Handelns sein.
Antisemitismus, Nationalismus und Faschismus sind weiterhin präsent in unserer Gesellschaft. Es liegt an uns allen, sie zu erkennen und ihnen entschlossen entgegenzutreten.
Wir treffen uns am 27.01.2026 um 19 Uhr zur Gedenkveranstaltung am Denkmal für die Opfer des Faschismus auf dem Platz der Einheit in Potsdam.
Wenn möglich, bringt bitte ein oder zwei Gläschen als Behälter für Teelichter mit.
Die Potsdamer Gruppe der VVN-BdA e.V. Land Brandenburg erinnert im Buchladen Sputnik Potsdam an den Widerstandskämpfer und Schriftsteller Otto Wiesner.
Der am 14. August 1910 in Hamborn am Rhein geborene Otto Wiesner lernte den Beruf des Schriftsetzers und war seit seinem 18. Lebensjahr Mitglied der KPD. Ab 1933 war er am Aufbau eines organisierten Widerstandes gegen das Nazi-Regime beteiligt und wurde 1934 von der Gestapo verhaftet. Es folgten Jahre im Zuchthaus und Moorlager. Anschließend war er im KZ Sachsenhausen inhaftiert und wurde 1945 mit „Rückkehr unerwünscht“ in das KZ Mauthausen (Oberösterreich) verschleppt, wo er am 05. Mai 1945 befreit wurde.
Nach 1945 wurde Otto Wiesner Jugendsekretär der KPD im Land Brandenburg, trat in die SED ein und wurde Vorsitzender der Freien Deutschen Jugend (FDJ) Landesverband Brandenburg. In den 50er Jahren wurde er Schriftsteller. Seine Bücher spiegeln Verfolgung und Widerstand sowie Schwierigkeiten und Hoffnung beim antifaschistischen Aufbau nach 1945 wider. Er war aktiv im Sachsenhausen-Komitee und in der Lagerarbeitsgemeinschaft Mauthausen.
Otto Wiesner engagierte sich insbesondere für die Jugend. Als Zeitzeuge war er unermüdlich in Potsdamer Schulen zu Gast. Die Aufklärung von Jugendlichen darüber, was Faschismus bedeutet und die Ermutigung für ein solidarisches Auftreten haben ihn ausgezeichnet.
Gemeinsam wollen wir anlässlich seines 20. Todestages an das Leben und Wirken Otto Wiesners und an seine Werke erinnern.
Kommt am Sonntag, den 01.02.2026 um 11 Uhr in den Buchladen Sputnik (Charlottenstraße 28, 14467 Potsdam).
Das Potsdamer Amtsgericht belangt unser Potsdamer VVN-BdA-Mitglied Bernd Trete nicht juristisch wegen des Symbols des roten Winkels. Dieses Symbol der VVN-BdA war juristisch von der Staatsanwaltschaft Cottbus angeprangert worden, weil man es für das rote Dreieck zur Unterstützung der Hamas hielt. Anbei zwei Artikel vom 19.12.25 aus dem nd.
Am 09.11.1938 und in den folgenden Tagen wurden im gesamten Deutschen Reich Geschäfte, Wohnungen und Synagogen angegriffen, zerstört bzw. niedergebrannt, jüdische Menschen in Konzentrationslager deportiert und ermordet. Der 09. November war ein weiterer, systematischer Schritt auf dem Weg zur Shoah, welche nur durch die militärische Niederlage Deutschlands beendet wurde.
Es ist ein historisches Versäumnis, in der Vergangenheit und auch heute, über latente sowie offene antisemitische Äußerungen hinwegzusehen. Struktureller Antisemitismus wird als solcher oft nicht erkannt oder bagatellisiert. Wir müssen da einschreiten, wo Antisemitismus anfängt – sei es ein Witz, eine Beleidigung oder die Forderung nach der Vernichtung oder dem Boykott des jüdischen Staates Israel. Nur mit einer aktiven Erinnerungsarbeit können wir uns das Vergangene ins Bewusstsein bringen, mahnen und handeln. Nach wie vor gilt es, jegliche Form des Antisemitismus konsequent zu thematisieren und zu bekämpfen.
Gedenkveranstaltung
Gemeinsam wollen wir anlässlich des 87. Jahrestages an die Schrecken und Folgen der Novemberpogrome erinnern. Kommt am 09.11.2025 um 19 Uhr zum Mahnmal für die Opfer des Faschismus am Platz der Einheit in Potsdam.
Samstag – 11.10.2025 -10 Uhr im Treffpunkt Freizeit in Potsdam
Über diese Veranstaltung
Gemeinsam wollen wir aktuelle Entwicklungen in der extremen Rechten im Land Brandenburg beleuchten, die Rolle von Frauen in rechten Strukturen diskutieren und mit erinnerungspolitischen Initiativen ins Gespräch kommen.
Programm
10.00 Uhr Begrüßung durch den Landesvorstand
Block 1: Entwicklungen in der extremen Rechten im Land Brandenburg
10.15 Uhr – 12:00 Uhr Neue germanische Medizin und völkische Siedlerprojekte
Referent: Hannes Müller Amadeu Antonio Stiftung
Block 2: Frauen in rechten Parteien und Bewegungen
13:00 Uhr – 15:00 Uhr Frauen in der extremen Rechten
Referentin: Frau Professor Dr. Esther Lehnert, Alice-Salomon-Hochschule, Berlin
Block 3: Erinnerungspolitische Initiativen in Brandenburg
15.30 Uhr – 17.30 Uhr
Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark e.V.(angefragt)
Verein Gedenkstätte KZ-Außenlager Schlieben-Berga e.V. (angefragt)