Am 26.08.1942 wurde der Berliner Kinderarzt, Kommunist und Widerstandskämpfer Georg Benjamin im Konzentrationslager Mauthausen ermordet. Wir möchten an sein Wirken und seine politische Arbeit erinnern und freuen uns auf eine rege Teilnahme.
Eine Veranstaltung von Erinnerungsorte Brandenburg und der VVN-BdA Potsdam.
Samstag, 26. September 2026, ab 14.30 Uhr freiLand Potsdam, hausZwei, Friedrich-Engels-Str. 22, 14473 Potsdam
Programm: 15:00 Uhr – Vortrag: 90 Jahre Spanischer Bürgerkrieg. Eine Einführung. Von Werner Abel 16:30 Uhr – Vortrag: Zwei Ikonen des Widerstands – Marina Ginestà und Lucía Sánchez Saornil. Von Birgit Kirberg 17:30 Uhr – Kultur: Lieder des antifaschistischen Widerstands. Gesungen vom Berliner Antifa-Chor Ab 18:00 Uhr Abendessen von der Solikante 19:30 Uhr – Vortrag und Lesung: Egon Erwin Kisch im Spanischen Bürgerkrieg. Von Georg Pichler und Joachim Gatterer Begleitend: Ausstellung zu den Internationalen Brigaden und Informationsstände
Im Juli 1936, vor 90 Jahren, begann mit dem Putsch rechter Militärs gegen die demokratisch gewählte Regierung der Volksfront der Spanische Bürgerkrieg. Mit ihm erreichte die seit Ende des 19. Jahrhunderts andauernde Auseinandersetzung zwischen Republikaner*innen und Arbeiterbewegung auf der einen sowie rechten Militärs, Großgrundbesitzern, Faschisten und katholischer Kirche auf der anderen Seite ihren Höhepunkt. Durch die rasche Internationalisierung des Krieges – Deutschland und Italien unterstützen die Franquisten, die Sowjetunion die Republik – nahm die Konfrontation den Charakter eines militärischen Vorspiels des Zweiten Weltkriegs an. Da auf Seiten der Republik auch Freiwillige aus 53 Ländern, die Internationalen Brigaden, kämpften, wurde der Spanische Bürgerkrieg zugleich zu einem Sinnbild des linken Internationalismus und der Solidarität.
Nach ihrem Sieg regierten die Militärs mit Francisco Franco an der Spitze bis zu dessen Tod 1975. Noch heute ist der Bürgerkrieg und die sich daran anschließende Diktatur, die ihre Gegner in Konzentrationslager sperrte und zur Zwangsarbeit heranzog, eine Vergangenheit, die nicht vergehen will. Zwar hat die spanische Erinnerungsbewegung in den vergangenen Jahren viel erreicht. Doch noch immer sind viele Massengräber ungeöffnet, und mit dem jüngsten Aufschwung der Faschisten von der Partei Vox stehen längst wieder Kräfte bereit, die offen an den Franquismus anknüpfen.
90 Jahre nach dem Spanischen Bürgerkrieg geht es uns nicht allein um Erinnerung. Wir wollen uns die Geschichte – in all ihren Widersprüchen – vor Augen halten. Der Kampf der Republik gegen ihre faschistischen Gegner im In- und Ausland, ihr Ruf nach Solidarität, dem 33.000 Menschen aus 53 verschiedenen Ländern folgten (davon viele aus Deutschland, Österreich und Italien, wo sie zuvor blutige Niederlagen im Kampf gegen den Faschismus erlitten hatten) ist uns auch eine Mahnung für die Gegenwart. Die Linke braucht mehr denn je Austausch und Vernetzung. Gräben müssen überwunden, Kräfte gebündelt werden für den so wichtigen Kampf, der doch Voraussetzung für alles Kommende ist: den Kampf gegen den Faschismus. In diesem Sinne bleibt der »Schwur von Buchenwald« unser Motto: »Die endgültige Zerschmetterung des Nazismus ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ideal.« Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!
Veranstalter*innen: Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten KV Potsdam (www.potsdam.vvn-bda.de) und KV Märkisch-Oderland (www.mol.vvn-bda.de) Kämpfer und Freunde der Spanischen Republik 1936–1939 e. V. (www.kfsr.info) Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e. V. (www.rotes-nowawes.de)
Unter Mitwirkung der VVN-BdA Potsdam sowie anderer Gruppen und Vereine gibt es Ende April in Potsdam zahlreiche Veranstaltungen im Kontext einer antifaschistischen Erinnerungskultur. Wir bieten einen Überblick und verweisen ebenso auf die Webseiten der verschiedenen Gruppen und Vereine wie zusätzlich die Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes, Erinnerungsorte Brandenburg oder der Arado-Rundgang.
Den 81. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus nehmen wir zum Anlass, um in Potsdam-Babelsberg den im letzten Jahr provisorisch benannten Wally-Lehnert-Platz öffentlich mit der Landeshauptstadt Potsdam (LHP) durch ein Straßenschild einzuweihen. Der Platz an der Kreuzung Großbeerenstraße/Ahornstraße wird nach einem Beschluss der Stadtverordneten und einer Veröffentlichung im Amtsblatt der LHP im Jahr 2025 nun offiziell nach Wally Lehnert benannt. Die Antifaschistin und Widerstandskämpferin war Teil einer lokalen Widerstandsgruppe, in der Zwangsarbeitende mitwirkten und zur Befreiung von Potsdam-Babelsberg beitrugen.
In der Wochenendausgabe der Tageszeitung „Potsdamer Neueste Nachrichten“ (PNN) vom 7. und 8. Februar gibt es einen thematischen Schwerpunkt zur Potsdamer Erinnerungskultur. Unter anderem widmet sich ein Artikel aufgrund des 81. Jahrestages dem Gedenken an den Todesmarsch aus dem KZ Lieberose in das KZ Sachsenhausen, der am 7. und 8. Februar 1945 von der SS durch Potsdam getrieben wurde. Bisher gibt es kein adäquates Erinnern an den Orten, wo der Todesmarsch mit seinen Häftlingen die Stadt passierte. Die PNN fragte dazu unter anderem Christian Raschke von der VVN-BdA Potsdam.
Regelmäßig wird Anfang Februar der Ermordung der Antifaschisten und Kommunisten John Schehr, Erich Steinfurth, Eugen Schönhaar und Rudolf Schwarz durch die Nationalsozialisten gedacht. Das Gedenken findet am Schäferberg in Berlin-Wannsee statt, wo sich eine Gedenkstele befindet. Organisiert wird die Gedenkveranstaltung von der VVN-BdA Berlin und der VVN-BdA Potsdam.
Samstag, 7. Februar 2026, 11 Uhr; Kilometerberg/Schäferberg; Berlin-Wannsee (Buslinie 316)
Am 27.01.1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee befreit. 81 Jahre später möchten wir gemeinsam mit euch an dieses historische Ereignis erinnern und der Opfer gedenken. Gerade in einer Zeit, in der die Verbrechen der deutschen Geschichte verharmlost, relativiert oder geleugnet werden, ist es umso wichtiger, das Erinnern lebendig zu halten. Nur durch eine bewusste und kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Schrecken der Shoa können wir Lehren für die Gegenwart ziehen. Dieses Gedenken darf sich nicht auf den 27.01. beschränken, sondern muss dauerhaft Teil unseres Handelns sein.
Antisemitismus, Nationalismus und Faschismus sind weiterhin präsent in unserer Gesellschaft. Es liegt an uns allen, sie zu erkennen und ihnen entschlossen entgegenzutreten.
Wir treffen uns am 27.01.2026 um 19 Uhr zur Gedenkveranstaltung am Denkmal für die Opfer des Faschismus auf dem Platz der Einheit in Potsdam.
Wenn möglich, bringt bitte ein oder zwei Gläschen als Behälter für Teelichter mit.
Die Potsdamer Gruppe der VVN-BdA e.V. Land Brandenburg erinnert im Buchladen Sputnik Potsdam an den Widerstandskämpfer und Schriftsteller Otto Wiesner.
Der am 14. August 1910 in Hamborn am Rhein geborene Otto Wiesner lernte den Beruf des Schriftsetzers und war seit seinem 18. Lebensjahr Mitglied der KPD. Ab 1933 war er am Aufbau eines organisierten Widerstandes gegen das Nazi-Regime beteiligt und wurde 1934 von der Gestapo verhaftet. Es folgten Jahre im Zuchthaus und Moorlager. Anschließend war er im KZ Sachsenhausen inhaftiert und wurde 1945 mit „Rückkehr unerwünscht“ in das KZ Mauthausen (Oberösterreich) verschleppt, wo er am 05. Mai 1945 befreit wurde.
Nach 1945 wurde Otto Wiesner Jugendsekretär der KPD im Land Brandenburg, trat in die SED ein und wurde Vorsitzender der Freien Deutschen Jugend (FDJ) Landesverband Brandenburg. In den 50er Jahren wurde er Schriftsteller. Seine Bücher spiegeln Verfolgung und Widerstand sowie Schwierigkeiten und Hoffnung beim antifaschistischen Aufbau nach 1945 wider. Er war aktiv im Sachsenhausen-Komitee und in der Lagerarbeitsgemeinschaft Mauthausen.
Otto Wiesner engagierte sich insbesondere für die Jugend. Als Zeitzeuge war er unermüdlich in Potsdamer Schulen zu Gast. Die Aufklärung von Jugendlichen darüber, was Faschismus bedeutet und die Ermutigung für ein solidarisches Auftreten haben ihn ausgezeichnet.
Gemeinsam wollen wir anlässlich seines 20. Todestages an das Leben und Wirken Otto Wiesners und an seine Werke erinnern.
Kommt am Sonntag, den 01.02.2026 um 11 Uhr in den Buchladen Sputnik (Charlottenstraße 28, 14467 Potsdam).
Das Potsdamer Amtsgericht belangt unser Potsdamer VVN-BdA-Mitglied Bernd Trete nicht juristisch wegen des Symbols des roten Winkels. Dieses Symbol der VVN-BdA war juristisch von der Staatsanwaltschaft Cottbus angeprangert worden, weil man es für das rote Dreieck zur Unterstützung der Hamas hielt. Anbei zwei Artikel vom 19.12.25 aus dem nd.